In der beeindruckenden Geislergruppe – bei Sturm, 2600 m ü NN, 21 km Strecke und > 30.000 Schritten. Im Nachhinein eine tolle Tour und Erfahrung mit vielen Eindrücken. Ein echtes Highlight.

Die Geislergruppe (italienisch Gruppo delle Odle) ist eine eindrucksvolle Gebirgsgruppe der Dolomiten. Als Hauptgipfel gilt der Sass Rigais (3025 m) im östlichen Teil des Gebirges. Innerhalb der Geisler (oder Geislerspitzen) lässt sich im Westen eine Berggruppe, die auf Ladinisch Odles, also Nadeln genannt werden, durch die Mesdì-Scharte (Mittagsscharte) von der Hauptgruppe um den Sass Rigais gut abgrenzen. Das war unsere Scharte.

Eigentlich hatten wir einen ganz anderen (sehr hohen) Gipfel geplant. Beim Hinweg hat uns ein Regenschauer mit etwas Windböen dann aber doch gezeigt, wie unangenehm (kalt) es in den Bergen sein kann. Die Windböen hatten auch den Effekt, noch mal über die Wettervorhersage, den Umstand eines 2750m hohen Berggipfels mit schwierigem An-/Abstieg und dessen Kombination nachzudenken.

Ausblick von der Scharte, Richtung des geplanten Aufstiegs

Die Story

Der Einstieg in die Tour ist uns vom ersten Tag schon bekannt und auch beeindruckend. Nach dem wir den Wetterbericht mit Sturmwarnung gelesen hatten und die ersten Regenschauer uns bereits erreicht hatten, haben wir die Tourenplanung geändert.

Wir wollten nun “irgendeinen leichten Höhenweg” nehmen und evtl. mal einen Abstecher in eine Scharte unternehmen. Auf dem nächsten Wegweiser stand die “Mittagsscharte”. Gemäß Outdoorportal als “mittel” eingestuft und ca. 2.600 m hoch.

An der Mittagsscharte angekommen, haben uns einige Klettersteiggeher (alle mit Helm) auch gleich gewarnt, dass der Wind Steine vom Berg bläst. Damals waren wir noch etwas blauäugiger unterwegs … und sind weiter.

Im Aufstieg der Scharte war uns dann doch klar: Das ist so steil, da kommen wir gar nicht mehr heil runter. Puls und Anspannung waren ziemlich hoch, da extreme Windböen einen ziemlich im Bewegungsablauf beeinflusst haben. Julia lag auf Grund der Windfängerqualitäten ihres Rucksacks auch mal auf dem steilen Kies”weg” flach. Also: Ganz nach oben und die andere Bergseite runter – in der Hoffnung, da geht auch etwas begehbares und annehmbares wieder runter.

Oben angekommen. Im kurzen Videoclip einige Eindrücke (mit etwas Windgeräuschen).

Abstieg – und wieder Aufstieg

Der Abstieg nach der Scharte war etwas unangenehm und bestand aus gefühlt 100 Serpentinen. Schon etwas ausgelaugt vom Anstieg und dem Wetter hat Julias Knie dann auch noch geschmerzt, was ihre Wanderstimmung ziemlich nach unten gezogen hat. 

Beim Studium der Karte (auf dem Handy) hat Wolfram dann festgestellt, dass wir auf der falschen Bergseite sind und wieder über eine Scharte (die Pana-Scharte, ca. 2.400 m) zurück müssen. In dem Moment war dann auch klar, dass wir die letzte Bahn um 17.30 Uhr nicht mehr erreichen können. Spaßfaktor bei Julia ca. – 25%.

Was wir gerade in 100 Serpentinen heruntergewandert sind – wieder hinauf, wieder Sturmböen.

An der Scharte oben angekommen hatte sich der Sturm nochmals verstärkt, dass einem schon sehr unwohl werden konnte. Nun lag der lange Abstieg mit ca. 900 Höhenmetern vor uns. Zum Glück hat es sich dabei aufgeklart, die Wege wurden weicher, einfacher und es hat sich ein toller Blick auf die Sella und den Langkofel eröffnet.

Wieder im Tal an unserer Ferienwohnung angekommen, hatten wir fast 21 km Strecke in 8 Stunden zurückgelegt – und waren echt kaputt. Ein Erlebnis war es aber allemal 👍

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Vorhang auf, Filmchen der Tour ab!

(Der Film ist ziemlich verwackelt und wirr – aber damals hatten wir eben noch gar keine Ahnung von Filmgestaltung 😉

Der Tag im Überflug

Eine Routenbeschreibung (in entgegengesetzter Richtung) von Outdooractive.

#Dolomiten2015

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